Meine Panasonic Lumix DMC-GX8 (überarbeitet).

Hallo Allerseits

Mir ist eine Kamera im Kit zugelaufen, die ich schon einmal hatte, damals schon und heute immer noch ziemlich schön fand und deshalb dem Angebot nicht wiederstehen konnte. Die Kamera kommt original verpackt im Kit mit dem eigentlich immer als sehr gut beschriebenen Lumix G 12-60mm f/3.5-5.6 O.I.S. Asph.. Ich kann mich nicht mehr erinnern und warum auch immer finde ich keine Fotos meines damaligen Kits mehr, ich meine aber auch damals die Kamera mit genau diesem Objektiv gehabt zu haben, die GX80 später mit einem kürzeren Kitglas.

Was ich bei Mft immer und mit jeder meiner Kameras bescheiden fand, war die Bildqualität, auch wenn jetzt wieder viele Mft - Liebhaber aufhorchen werden. Denn ja, es ist für mich einfach so: APS-C bildet sehr oft sichtbar besser ab und Vollformat sowieso. Und ja, ich will und brauche das genau so, denn Bildqualität ist mein wichtigstes Kriterium, vor allen denkbar anderen. Wenn man das aber im Hinterkopf behält und seine Erwartungen herabschraubt, kann man auch als mit APS-C und Vollformat geimpfter, mit Mft insoweit zurecht kommen. Hauptvorteil bei Mft ist und bleibt fast einzig die Kompaktheit, einfach bedingt durch die vergleichsweise kleinen Sensoren und dadurch mögliche kleinen Objektive. Billiger wird das Ganze aber nicht, wenn ich alleine die aufgerufenen Preise für stabilisierte Panaleica 12-35 2.8 und 12-60mm 2.8-4 sehe, oder das beliebte, aber unstabilisierte Olympus 12-40mm 2.8. Und es geht mit anderen Mft Pretiosen nochmals teurer. Nun ist eine GX8 aber keine kleine Kamera. Um genau zu sein, ist sie sogar höher und breiter als meine Vollformat Sony Alpha A7C II. Aber sie ist leichter. Man beachte dabei einmal die Sensorgrößen. Vollformat in einer möglichst kleinen Sucherkamera (Betonung liegt auf Sucher) hatte mich bei der ersten A7C schon elektrisiert, aber erst bei der A7C II eingefangen:


Aber sie ist schon ein schickes Teil, oder? Sobald Glas mit ähnlichen Brennweiten daran ist, sieht die Sache gleich ganz anders aus. Es gibt bei Sony nichts wirklich vergleichbares, nur das FE 24-105mm f/4, wobei das 12-60'er Panasonic umgerechnet sogar 24-120mm bietet, ohne durchgehende Offenblende freilich. Der Unterschied ist aber optisch schon phänomenal. Der Gewichtsunterschied sollte dramatisch ausfallen, obwohl beider Bodies aus Magnesium bestehen:
Der Sucher wird oft positiv als groß beschrieben. Ja, das ist er. Aber schon beim ersten Blick hindurch, kommt die Ernüchterung. Wo ich selbst bei aktuellen Sony Suchern (von Nikon ganz zu schweigen) eher keine Unterschiede mehr zu einem Realbild sehe, ist es beim Sucher der GX8 sofort so, daß man denkt: Oh, ein elektronischer Sucher. Die Farben stimmen nicht, die Dynamik gar nicht, es flimmert, ruckelt und wirkt allgemein einfach unecht. Nicht falsch verstehen, er ist vor Allem draußen absolut brauchbar, aber alles andere als wirklichkeitsnah und bei Kunstlicht ist er echt schlecht. Selbst der kleine Sucher der A7C II ist außer bei der Größe in Allem um Längen besser und ich meine einmal selbst den Sucher der kleinen GX80 hätte ich als besser in Erinnerung. Da mag ich mich aber täuschen. Daß man die Sucher der GX7 / 8 / 9 alle aufstellen kann ist für mich eher Gimmick als Feature. Denn ganz ehrlich, wenn ich das Blümelein am Rande fotografieren will, muß ich mich nicht dennoch auf den Bauch legen oder zumindest in den Dreck knien, um Einblick in den hochgeklappten Sucher zu bekommen? Vorteile gibt es so maximal auf halber Höhe und ein Schwenkdisplay habe ich ja auch noch. Dieses Display wirkt übrigens wie ein Fake, denn es ist viel größer als letztlich das Bild darin, hat einen megabreiten, schwarzen Rahmen. Das kann man nur minimal abmildern indem man das Aufnahmeformat von 4:3 auf 3:2 abändert (mit Verlust an Pixeln oben und unten). Das Display bleibt aber auch dann eher bescheiden abbildend. Das ist beides übrigens erstaunlich, denn die A7C II bietet sowohl im Sucher als auch auf dem Display nahezu die gleiche Auflösung.

Wie dem auch sei. Das kam bei mir an:




Das eigentlich große Display, mit sehr breitem Rand. Der Drehknebel darüber, für den Fokussiermodus, lässt sich gut schalten, mittig darin ein FN Taster:



Unter langer Klappe von hinten links die wenigen Schnittstellen, die für mich aber allesamt keinerlei Rolle spielen:


Nicht nur ein Schwenkdisplay, sondern auch ein Klappsucher. Eingebauten Blitz gibt es hier übrigens nicht, wohl aber bei den deutlich kleineren GX7, GX80 und GX9 zusätzlich zum Blitzschuh (GX80 aber ohne Klappsucher):


Die aufgeräumt wirkende Oberseite. 

Die Räder vorne und hinten (oben) sind einigermaßen gut bedienbar, fühlen sich nach Kunststoff an, ohne aber das Material zu kennen. Auch der Auslöser im vorderen Rad, der zudem eher mit undefiniertem Druckpunkt. Aber bezüglich Druckpunkt sind auch meine beiden Sonys keine Vorbilder, das konnten alle meine Nikon Z deutlichst präziser.

Das kleine Moduswahlrad ist angenehm schwergängig, damit es nicht aus Versehen verstellt wird. Das Belichtungskorrekturrad darunter ist etwas leichtgängiger, so daß es zur Not auch von vorne oder hinten mit einem Finger bedient werden kann. Der Ein/Ausschalter ist etwas merkwürdig, oder wenigstens gewöhnungsbedürftig.

Der Blitzschuh ist komplett in Metall gehalten:

Die Unterseite ist unspektakulär, hat aber einen mir etwas fummeligen Entriegelungshebel für das Batterie und Kartenfach:


Darunter der relativ große, aber angeblich nicht sehr leistungsfähige Akku, bzw. hat die Kamera wohl einen deutlichen Energiebedarf:


Das Kitglas hat keine extra OVP, nicht mal eine weiße Schachtel. Es ist im gleichen sehr guten Zustand wie die Kamera ansich. Dank Power O.I.S bietet es gemeinsame Stabilisierung mitsamt dem IBIS des Bodies, was bei den alten Gläsern mit dem sogenannten "Mega" O.I.S. so wohl nicht geht und auch bei älteren Kameras nicht funktioniert. Da der Stabi der GX8 für heutige Verhältnisse noch relativ bescheiden arbeitet, kommt mir das Zusammenspiel doch sehr entgegen:


Auch die Rückseite ist erstklassig erhalten, hat eine dünne Staubmanschette und das Objektiv ist generell Staub und Spritzwassergeschützt. Sehr gut passend zu einer abgedichteten Kamera mit Magnesiumbody:

Der Tubus ist bei 60mm komplett ausgefahren, bei 12mm minimal draußen und bei etwa 20mm komplett eingefahren:


Insgesamt ein stimmiges, leichtes und relativ kompaktes Kit. Vielleicht auch dank der Dichtungen wackelt der Tubus nicht und lässt es sich angenehm sanft zoomen. Auch die Geli sitzt wackelfrei:






Der Griff hat übrigens mehr als eine Alibifunktion. Es kommt, zumindest mit dem kompakten Kitglas, bisher keine Sehnsucht nach Abhilfe auf. Damals hatte ich meiner Einnerung nach ein Halfcase erworben. Ich schaue auch mal nach einem fast genau so kompakten Panasonic G Vario 14-140mm und vielleicht einer kleinen Festbrennweite, um alles möglichst klein zu halten. Denn je größer und schwerer die Gläser wären, um so unsinniger wäre das Ganze gegenüber meiner ja kompakten und gewaltig besseren A7C II.

In meinem Fundus fand ich noch eine Peak Design Handschlaufe allererster Generation aus Stoff, die sehr gut dazu passt:

Nochmal zum Display, das kleiner ist als es ausschaut. Hier sichtbar, obwohl auf das etwas größer ausfallende 3:2 Format eingestellt. In 4:3 ist es nochmals kleiner. Im Vergleich jeweils zur A7C II Obwohl das ganze Display sogar größer als bei der Sony ist, ist das Bild merklich kleiner:


Die Sony wird mit der Griffverlängerung dann höher, aber natürlich nicht breiter:
Gestern am sehr frühen Morgen ergaben sich gleich zwei Testbilder in der Morgenröte vor unserem Haus. Hier die Lumix GX8:

Und mit wenigen Minuten Abstand die A7C II mit dem Tamron 28-200mm:


Beide in RAW aufgenommen und mit den gleichen Presets in DxO PhotoLab 8 Elite entwickelt, gefallen mir die Farben der Sony besser und sind der Realität auch näher. Trotzdem kann sich die GX8 hier aber durchaus sehen lassen.

Ich melde mich wenn es mehr zur Kamera gibt.

Ciao.
 

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