Pentacon K16 aus der DDR.

Hallo liebe Fotofreunde.

Das Ding hier bekam ich tatsächlich geschenkt, aber umsonst war es deshalb nicht. Die Kamera aus der DDR, die ausschaut wie eine ganz normale Pocket Kamera der 70 - 80'er Jahre, verwendet nämlich einen Film der letztlich ausschließlich für diese eine Kamera hergestellt wurde und den es wohl auch nur von ORWO gab. Nichts genaues weiß ich nicht, aber angeblich wollte sich die DDR aus welchen Gründen auch immer von den normalen Pocketfilmen 110 absetzen und schaffte einen 16mm Film der anders perforiert war und dessen Kassette trotz Ähnlichkeiten doch anders als die normalen Pocketkassetten war. Hier ein kurzes Filmchen dazu:

Und auf Wikipedia kann man auch etwas lesen. Der Film ist dann heutzutage auch das Problem, denn es gibt keine mehr außer lange abgelaufenen Altbeständen. Mit Müh und Not konnte ich teuer ein Exemplar erwerben das sage und schreibe seit 1989 abgelaufen ist. Da die Filme anders perforiert sind, könnte man auch nicht in der Dunkelkamer einen 110'er Film einer Pocketkassette entnehmen und hier einfädeln, die Kamera wäre inkompatibel. Und die normalen Pocketkassetten funktionieren nicht in der K16. Na, ich werde ihn auf jeden Fall in der Kamera belichten und hoffe das Labor kann mit der Kassette bzw. dem Film überhaupt etwas anfangen, ganz davon ab, daß man wegen dem lange abgelauferen Film mit komischen Farben und anderem rechnen muß. Aber das zählt dann wohl unter Lomographie!

Die Kamera selbst ist auch ein Unikum, denn völlig batterielos bietet sie bloß eine einzige, mechanische Verschlußzeit, der Rest wird mit einer durch einen Schieber einstellbare Blende "geregelt". Das Objektiv nennt 27mm und Offenblende 8, was auch die einzige Blende ist. Was sich heutzutage erstmal schlimm anhört, hat man bei Pocketkameras und auch bei den Instamatic mit größeren Kassetten aber öfters gehabt und hat tatsächlich funktioniert. Die Belichtung wird über einen Zeitenschieber geregelt, der verschiedene Lichtzustände aufzeigt auf die man einstellen muß und durch die man die festen Zeiten einstellt. Das Objektiv ist ein Fixfokus, lässt sich also nicht fokussieren und bildet von 2m bis Unendlich scharf ab, wobei laut Wikipedia die Ergebnisse sogar recht gut sein sollen. Diese einfachste Technik und das Design der Kamera haben mich angefixt und so bot ich auf einige, verschiedene Kameras mit geringen Geboten und konnte mir die eine oder andere interessante Kamera ergattern. Im Gegensatz zum ORWO, bekommt man nämlich immer noch, oder besser wieder Pocketfilme. Da deren Kundenkreis klein ist, sind sie relativ teuer, so kostet ein ORCA Black and White 100ISO etwa um 9,- Euro für immerhin 24 Aufnahmen, deren Entwicklung und Fotos dann natürlich obendrauf kommen. Der ORWO der K16 bietet übrigens nur 20 Aufnahmen.

Die Kamera ist Großteils aus Metall, außen halt mit Kuststoff und Kunstleder beplankt, sie ist relativ schwer. Was außen wie eine Polsterung ausschaut ist tatsächlich eine, das hat was. Die alte Kamera ist insgesamt doch wertig und stabil hergestellt und fasst sich auch sehr angenehm an. Das Filmeinlegen geschieht einfacher als bei mancher westlicher Pocket, lediglich der Schieber für den Filmtransport ist etwas schwergängig. Der Auslöser geht dann ohne richtigen Druckpunkt mit einer gewissen Dämpfung, das leise Auslösegeräusch ähnelt dann ungefähr dem von Zentralverschlüssen. Nach der 20'ten Aufnahme soll man nochmals spannen, um diese Aufnahme sicher in der Kassette zu verwahren, danach kann die Kassette entnommen werden.

Hier mal die Fotos des alten Teiles. Die Kamera kam im originalen Echtleder-Etui mit der originalen Handschlaufe:



Die Vorderseite mit dem Sucherfenster und dem Objektiv:

Die, wie die Rückseite gepolsterte, Oberseite. Von links: Bildzählwerk, Zeitenschieber, Auslöser. Rechts davon sogar ein Gewinde für einen Draht - oder Selbstauslöser:

Die Rückseite. Von links: Sucher, große Klappe zum Kassette einlegen und ganz rechts das Drehrad zum Öffnen derselben:

Auf der auch gepolsterten Unterseite ein Stativgewinde, sowie der sehr stabile Metallschieber für den Filmtransport und um den Verschluß zu spannen, es genügt einmaliges Schieben für beides:
 

Die geöffnete Klappe offenbart das gläserne  Objektiv, was damals nicht selbstverständlich war, es gab auch Kunststofflinsen:





Der Film ist genau wie die heutigen Pocketfilme in dickem Beutel geschützt, die Kassette ähnelt den 110'er Kassetten sehr:







Der eingelegte Film:

Klappe schließen und abwechselnd den Schieber betätigen und auslösen bis der Bildzähler genau das anzeigt:

Ich werde ab und an eine von den Pocketkameras zeigen die ich billig auftun konnte, da sind durchaus interessante Teile dabei. Aber ob ich mehr als die drei gekauften SW - Filme belichten werde ist fraglich. Bestimmt melde ich mich aber mit deren Ergebnissen.

Ciao.
 

 

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